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Wetter und Gesundheit
Winterzeit - Schadet oder nutzt uns die Zeitumstellung?
Es gibt Wissenschaftler, die durchaus Bedenken haben. „Wir sollten uns freuen, dass wir die Zeitumstellung noch haben“, meint etwa Dieter Kunz, Leiter der Klinik für Schlaf- und Chronomedizin im Berliner St. Hedwig-Krankenhaus.
Aus seiner Sicht ist diese eigentlich etwas sehr Kluges. Denn auch, wenn die Zeitumstellung wirtschaftlich betrachtet vielleicht wirklich keinen Nutzen hat – ursprünglich sollte sie den Energieverbrauch senken –, so sei sie laut Kunz dafür gesundheitlich durchaus sehr sinnvoll. „Die Hinweise zur Klugheit der Beibehaltung Zeitumstellung werden dichter“, betont Kunz mit Blick auf die Forschung der letzten Jahre.
Der Psychiater und Somnologe hat sich auf die Diagnostik und Therapie von psychiatrisch-neurologischen Störungen des Schlafes spezialisiert. Mit seiner Meinung zur Zeitumstellung stehe er recht alleine da, sagt Kunz. Er bestreitet zwar nicht, dass die Zeitumstellung den menschlichen Organismus durchaus belasten kann. Auf Grundlage seiner Arbeit und der Erkenntnisse aus der Forschung kommt er jedoch zu dem Schluss, dass unser Körper viel stärker zu kämpfen hätte, würde man die Zeit im Herbst und im Frühjahr nicht umstellen.
Der Grund: Wer nicht gerade auf dem Äquator wohnt, sondern davon entfernt, dessen Körper funktioniert im Winter anders als im Sommer. Das liegt an der sich verändernden Dauer von Helligkeit und Dunkelheit. Denn deren Wechsel sei der wichtigste Anker für die innere Uhr des Menschen, sagt Kunz.
Wie man heute weiß, richtet sich der menschliche Organismus am sogenannten circadianen Rhythmus aus, ebendieser inneren Uhr. Sie synchronisiert beispielsweise die Funktion der Organe, den Stoffwechsel, die Körpertemperatur, den Blutdruck oder auch die Hormonproduktion. Die Experten sprechen daher auch von einem System an inneren Uhren.
„Wir sind im Winter – das merken viele von uns gar nicht – in einer Art Energiesparmodus“, so Kunz. Der Körper passe sich dafür sukzessive an die sich natürlich verändernden Lichtverhältnisse an. „Das heißt, wenn wir im Herbst und im Frühjahr die Uhrzeit um eine Stunde verschieben, dann gleichen wir damit nur aus, was in der Physiologie in den Wochen davor bereits sowieso stattgefunden hat.“
Würden wir die Uhren nicht umstellen, so Kunz, und wir hätten auch im Winter die Sommerzeit, dann würde das de facto bedeuten, dass etwa in Berlin die Sonne über vier Monate lang erst nach 8 Uhr aufginge. „Aber insbesondere das Aufgehen der Sonne ist essenziell für unser System an inneren Uhren“, warnt Kunz. Ohne die Zeitumstellung hätten aber zum Beispiel Kinder, die um 8 Uhr zur Schule müssen, ein Drittel des Jahres diesen morgendlichen Anker nicht. „Ich würde vorhersagen, dass das einen negativen Einfluss hat – nicht nur auf das Wohlbefinden, sondern auch auf die Leistungsfähigkeit sowie nicht zuletzt auf Krankheitsbilder.“
Im Sommer dagegen wäre es bei einer dauerhaften Winterzeit, bei der es sich um die eigentliche Normalzeit handelt, dagegen schon lange vor dem Arbeits- und Schulbeginn hell. „Auch das ist nicht gut“, sagt Somnologe Kunz. „So wird der Körper viel zu früh wach.“ Schließlich falle bei den meisten Menschen immer etwas Tageslicht ins Schlafzimmer.
Alfred Wiater, ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin, Facharzt für Pädiatrie und ebenfalls Somnologe, sieht das anders. Er meint, dieser Effekt könne durch entsprechende Verdunklungsvorhänge oder Rollos abgefangen werden. Er befürwortet die Abschaffung der Zeitumstellung, denn immerhin mache der zweimalige Wechsel der Uhrzeit etwa 25 Prozent der Bevölkerung Probleme. Insbesondere bei der Zeitumstellung im Frühjahr komme es zu einem Mini-Jetlag, der die Betroffenen mehrere Tage belasten könne, so Wiater. Durch den Schlafmangel komme es vorübergehend zu Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen. Die Folgen sind ein erhöhtes Risiko für Fehlleistungen und Unfälle.
Aus seiner Sicht ist diese eigentlich etwas sehr Kluges. Denn auch, wenn die Zeitumstellung wirtschaftlich betrachtet vielleicht wirklich keinen Nutzen hat – ursprünglich sollte sie den Energieverbrauch senken –, so sei sie laut Kunz dafür gesundheitlich durchaus sehr sinnvoll. „Die Hinweise zur Klugheit der Beibehaltung Zeitumstellung werden dichter“, betont Kunz mit Blick auf die Forschung der letzten Jahre.
Der Psychiater und Somnologe hat sich auf die Diagnostik und Therapie von psychiatrisch-neurologischen Störungen des Schlafes spezialisiert. Mit seiner Meinung zur Zeitumstellung stehe er recht alleine da, sagt Kunz. Er bestreitet zwar nicht, dass die Zeitumstellung den menschlichen Organismus durchaus belasten kann. Auf Grundlage seiner Arbeit und der Erkenntnisse aus der Forschung kommt er jedoch zu dem Schluss, dass unser Körper viel stärker zu kämpfen hätte, würde man die Zeit im Herbst und im Frühjahr nicht umstellen.
Der Grund: Wer nicht gerade auf dem Äquator wohnt, sondern davon entfernt, dessen Körper funktioniert im Winter anders als im Sommer. Das liegt an der sich verändernden Dauer von Helligkeit und Dunkelheit. Denn deren Wechsel sei der wichtigste Anker für die innere Uhr des Menschen, sagt Kunz.
Wie man heute weiß, richtet sich der menschliche Organismus am sogenannten circadianen Rhythmus aus, ebendieser inneren Uhr. Sie synchronisiert beispielsweise die Funktion der Organe, den Stoffwechsel, die Körpertemperatur, den Blutdruck oder auch die Hormonproduktion. Die Experten sprechen daher auch von einem System an inneren Uhren.
„Wir sind im Winter – das merken viele von uns gar nicht – in einer Art Energiesparmodus“, so Kunz. Der Körper passe sich dafür sukzessive an die sich natürlich verändernden Lichtverhältnisse an. „Das heißt, wenn wir im Herbst und im Frühjahr die Uhrzeit um eine Stunde verschieben, dann gleichen wir damit nur aus, was in der Physiologie in den Wochen davor bereits sowieso stattgefunden hat.“
Würden wir die Uhren nicht umstellen, so Kunz, und wir hätten auch im Winter die Sommerzeit, dann würde das de facto bedeuten, dass etwa in Berlin die Sonne über vier Monate lang erst nach 8 Uhr aufginge. „Aber insbesondere das Aufgehen der Sonne ist essenziell für unser System an inneren Uhren“, warnt Kunz. Ohne die Zeitumstellung hätten aber zum Beispiel Kinder, die um 8 Uhr zur Schule müssen, ein Drittel des Jahres diesen morgendlichen Anker nicht. „Ich würde vorhersagen, dass das einen negativen Einfluss hat – nicht nur auf das Wohlbefinden, sondern auch auf die Leistungsfähigkeit sowie nicht zuletzt auf Krankheitsbilder.“
Im Sommer dagegen wäre es bei einer dauerhaften Winterzeit, bei der es sich um die eigentliche Normalzeit handelt, dagegen schon lange vor dem Arbeits- und Schulbeginn hell. „Auch das ist nicht gut“, sagt Somnologe Kunz. „So wird der Körper viel zu früh wach.“ Schließlich falle bei den meisten Menschen immer etwas Tageslicht ins Schlafzimmer.
Alfred Wiater, ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin, Facharzt für Pädiatrie und ebenfalls Somnologe, sieht das anders. Er meint, dieser Effekt könne durch entsprechende Verdunklungsvorhänge oder Rollos abgefangen werden. Er befürwortet die Abschaffung der Zeitumstellung, denn immerhin mache der zweimalige Wechsel der Uhrzeit etwa 25 Prozent der Bevölkerung Probleme. Insbesondere bei der Zeitumstellung im Frühjahr komme es zu einem Mini-Jetlag, der die Betroffenen mehrere Tage belasten könne, so Wiater. Durch den Schlafmangel komme es vorübergehend zu Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen. Die Folgen sind ein erhöhtes Risiko für Fehlleistungen und Unfälle.
- Länge: 08m 42s
- Erstausstrahlung: 30.10.2025 17:03 Uhr
- Produziert von: G. Gerhardt
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